Eintreten bitte! Die Arbeitsspychologische Sprechstunde

Ein wesentliches Angebot des AMD Salzburg an der Fachhochschule Salzburg sind arbeitspsychologische Sprechstunden, am Campus Urstein und in Kuchl. Diese werden zumeist am gleichen Tag wie jene von Arbeitsmediziner Dr. Thomas Kastner abgehalten. Wie kann man sich nun den Ablauf dieser Sprechstunden vorstellen? Zu Beginn meiner Tätigkeit an der FH habe ich gemerkt, dass es nötig ist, erstmal bekannter zu werden und Vertrauen zu den Mitarbeitenden aufzubauen. Ich habe daher begonnen regelmäßig, wenn keine persönlichen Gespräche stattgefunden haben, meine „Runden“ durch die Gebäude zu machen und dabei so viele FH MitarbeiterInnen wie möglich kennen zu lernen und sie mich.

Es ist quasi ein wenig Werbung in eigener Sache, denn bei diesen Gesprächen schildere ich kurz, aus welchen Anlässen ein arbeitspsychologisches Gespräch möglich ist und die Rahmenbedingungen dazu: Absolute Vertraulichkeit. Um dies auch in heiklen Fällen sicher zu stellen, gibt es die Möglichkeit der direkten Terminvereinbarung mit dem Arbeitspsychologen und die Durchführung der Beratungseinheit im Kieselgebäude des AMD Salzburg – damit sind möglicherweise neugierige Blicke vor Ort an der FH ausgeschlossen. Vermutlich durch meine „Werbetour“ wurde das Angebot bald gut angenommen. Beispielsweise besuchen die Mitarbeitenden die arbeitspsychologische Sprechstunde unter anderem, um Informationen zu psychischen Erkrankungen zu erhalten und ein wenig Sicherheit, inwieweit persönliche Betroffenheit besteht, wenn es darum geht, mit Belastungen und Stress besser umgehen zu können, um Konflikte im Team zu besprechen – insbesondere von Führungskräften gerne genutzt. Diese Vorgespräche führten dann in dem einen oder anderen Fall zu Schlichtungsgesprächen mit den Betroffenen.

Weitere Fragen, wie persönliche berufliche Zielsetzungen am besten erreicht werden können, sind regelmäßig Thema von APsy-Beratungsgesprächen. Welche Instrumente und Methoden werden in einer arbeitspsychologischen Beratung eingesetzt? Abhängig vom Ziel des Gesprächs sind es entweder psychologische Informationen, die vermittelt werden oder systemische Kurzzeitinterventionen, die dem Mitarbeiter mittels geeigneter Fragetechniken dem eigenen Ziel näher kommen lassen. Dabei geht es darum, festgefahrene mentale Pfade zu verlassen und zu lernen, neue Perspektiven – aus der Sicht der anderen – einzunehmen und Lösungen zu erarbeiten. Letztlich ist oft der Mitarbeitende der beste Experte für das eigene Anliegen.

Dr. Emanuel Maxl