Bildschirmarbeit ist für die Augen Schwerstarbeit

Beim normalen Sehen schweift das Auge frei umher und die Belastungen sind ausgewogen. Bildschirmarbeit fordert die Augen durch erhöhte und häufig wechselnde Anpassung an Helligkeiten und Entfernungen.

Je nachdem ob Dateneingabe oder Dialogtätigkeit überwiegen, muss das Auge verschiedenste Leistungen erbringen:

  • 12.000 bis 33.000 Kopf- und Blickbewegungen zwischen Bildschirmtastatur und Vorlage und
  • 4.000 bis 17.000 Pupillenreaktionen pro Tag

30 –40 % der Beschäftigten am Bildschirmarbeitsplatz klagen über ständige und häufige Augenbeschwerden. Die häufigsten Beschwerden am Bildschirm sind:

  • Augenermüdung
  • Doppelbilder
  • Augenbrennen
  • schnelle Ermüdung
  • Augenstechen
  • Verspannung
  • Augenrötung
  • Nervosität
  • Augenschmerzen
  • verschwommene Nah- oder Fernsicht, Augenflimmern
  • Kopfschmerzen

Warum kommt es zu diesen Beschwerden und ist eine Bildschirmbrille immer die richtige Lösung? Das Auge muss am Bildschirm viel leisten!

  • Einstellung auf unterschiedliche Entfernungen (Akkomodation)
  • Anpassung auf unterschiedliche Helligkeiten (Adaptation)

Bei Bildschirmarbeit ist der Blick abwechselnd zwischen Bildschirm, Vorlage und Tastatur gerichtet. Die Augenlinse muss sich unterschiedlichen Sehentfernungen anpassen. Durch unterschiedliche Helligkeitsniveaus kommt es zu einer starken Augenbelastung. Typische Erschwernisse sind daher:

Ein unergonomischer Arbeitsplatz
  • Blendungen, Spiegelungen am Bildschirm
  • Flimmern, schlechter Kontrast und mangelnde Darstellung:
  • Beleuchtungsart: Für das Wohlbefinden ist die Direkt-/Indirektbeleuchtung am günstigsten.
Ein ergonomischer Arbeitsplatz
  • Aufstellung des Bildschirms:
    • Die oberste Zeile des Textes soll höchstens in Augenhöhe sein.
    • Der Blick auf den Bildschirm soll leicht nach unten gerichtet sein.
    • Beobachtungsabstand 50-75 cm
  • Hardware- und Software-Ergonomie:
    • Positivdarstellung (schwarze Schrift auf weißem Grund)
    • Wenig Farben gleichzeitig
    • Hintergrund nicht rot oder blau
Dauer der Tätigkeit

Eine ganze Reihe von arbeitsmedizinischen Studien zeigt, je länger die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit am Bildschirm dauert, desto häufiger werden Beschwerden angegeben. Einseitige Tätigkeit am Bildschirm zB in der Datenerfassung führt verstärkt zu Augenbeschwerden.

Bereits nach zwei Stunden ununterbrochener Bildschirmarbeit kann es zu Sehschärfenminderung, Farbsinnstörungen, Akkomodations- (=Einstellung des Auges auf Entfernung) und Adaptationsstörungen
(= Anpassung des Auges an unterschiedliche Helligkeiten) kommen.

Dauerhafte Schädigungen der Augen sind nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen bei Einhaltung von Ergonomie und Gesundheitsvorsorge nicht zu befürchten.

Wichtig ist die Regeneration für das Auge

Nach zwei Stunden ununterbrochener Bildschirmarbeit sollte das Auge 10 Minuten zur Entspannung Zeit haben. Die Bildschirmpause ist in der Bildschirmarbeitsverordnung vorgesehen.

Es kann entweder eine andere Tätigkeit ausgeführt werden oder es muss eine echte Arbeitspause von ca. 10 Minuten gehalten werden. Augenübungen während dieser Pausen sind anzuraten.

Unkorrigierter oder nicht ausreichend korrigierter Sehfehler

Bildschirmarbeit hat keine Eigenschaften, die das Auge krank machen oder verletzen können, dennoch kann ein nicht entdeckter Sehfehler zur Zunahme der Beschwerden führen:

  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
  • Kurz- und Weitsichtigkeit, die nicht ausreichend korrigiert worden sind
  • Schielprobleme
  • Ein schlechter Tränenfilm (trockene Augen); es entwickelt sich dabei ein ausgeprägtes Trockenheitsgefühl, Brennen und Fremdkörpergefühl durch mangelnden Tränenfilm, der für das Feuchthalten der Hornhaut wichtig ist.
Warum entsteht so etwas bei Bildschirmarbeit

Durch die anstrengende Tätigkeit am Bildschirm nimmt die Lidschlagfrequenz ab und das Auge wird zuwenig feucht gehalten. Damit treten oben erwähnte Probleme auf, die am Wochenende wieder verschwinden, aber während der Tätigkeit wieder auftreten.

Laut ASchG haben alle Beschäftigten, die an Bildschirmarbeitsplätzen arbeiten, Anspruch auf eine regelmäßige präventiv-medizinische Untersuchung der Augen. Für die Untersuchung der Augen und des Sehvermögens sind sowohl Arbeitsmediziner als auch Augenfachärzte zuständig. ArbeitnehmerInnen haben ein Anrecht auf diese Untersuchung bei Einstellung sowie im Abstand von drei Jahren.

Bildschirmbrille

Die Bildschirmbrille ist für einen Bildschirmabstand von 50 - 75 cm ausgerichtet. Das heißt es handelt sich bei einer Bildschirmbrille um eine Korrekturbrille für einen bestimmten Arbeitsabstand.

Welche Arbeitnehmenden benötigen diese Brille
  • Mit etwa 40 Jahren kann sich das Auge weniger auf unterschiedliche Entfernungen einstellen.
  • Die Augenlinse ist nicht mehr so elastisch.
  • Sie kann sich nicht ausreichend krümmen, wie dies zum Scharfsehen erforderlich ist. Es kommt zu einer Alterssichtigkeit (Presbyopie).
  • Mit zunehmenden Alter werden sogenannte Lesebrillen getragen.
  • Diese ermöglichen scharfes Sehen auf eine Entfernung von 30 - 40 cm. Der Abstand zum Bildschirm soll aber 50 - 70 cm betragen.
  • Herkömmliche Gleitsichtbrillen eignen sich nicht. Hier kommt es zu Nacken- und Rückenschmerzen, da sich der Nahsichtbereich im unteren Brillenrand befindet und dadurch Zwangshaltungen eingenommen werden. Eine spezielle Sehhilfe zum Arbeitsplatz ist deshalb notwendig.

In diesem Fall brauchen Arbeitnehmende eine Bildschirmbrille!

Die Bildschirmbrille hat nicht die Aufgabe ergonomische Probleme, wie Blendung, Reflexion, etc. zu lösen, sondern ist nur erforderlich, wenn durch eine Augenuntersuchung eine Sehschwäche im Sehabstand von 50 - 70 cm festgestellt wurde.

Die richtige Bildschirmbrille am richtigen Arbeitsplatz
  • Sie hat monofokale Gläser und ermöglicht scharfes Sehen auf eine Distanz von mindestens 50 cm.
  • Sie hat entspiegelte Gläser, weil sie die möglicherweise auf dem Brillenglas auftretenden Reflexe reduzieren kann.
  • Getönte Gläser eignen sich nicht für die Arbeit am Bildschirm, da sie die Leuchtdichte verringern.
  • In speziellen Fällen kann eine Bifokalbrille für Arbeiten mit Publikumsverkehr oder für Arbeiten mit Bildschirm und Beleg notwendig sein.
  • Trifokalbrille, wenn zusätzlich noch eine andere Glasstärke im unteren Bereich für das Lesen der Belege notwendig ist.