Fluoride - nicht Gift, sondern wirksamer Schutz für die Zähne

Fluoridhaltige Zahnpasten sind keinesfalls gesundheitsgefährdend, sondern bieten sicheren und wirksamen Schutz vor Karies.

In diversen Internetforen und -blogs wird derzeit über schwere gesundheitliche Folgeschäden durch die Einnahme von Fluoriden berichtet. Die Rede ist von einer „Zerstörung“ der Zähne und einer „Vergiftung“ auf Raten. Fakt ist, dass Fluoride eines der weltweit am gründlichsten untersuchten Medikamente sind: In über 300.000 wissenschaftlichen Untersuchungen wurde bisher kein Hinweis auf eine Gefährdung der Gesundheit bei korrekter Einnahme gefunden. Die Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Karies – bei regelmäßiger Verwendung erhöht sich dieser Schutz durch die zunehmende Fluoridkonzentration im Mund.

Fluoride sind Fluoridverbindungen, die aus den Elementen Natrium oder Kalzium und Fluor bestehen. Als reines Element ist Fluor hochgiftig, dennoch ist die Toxizität der Fluoride wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge fast zehnmal geringer als die von Kochsalz. Fluoride sind nahe verwandt mit Koch- oder Speisesalz, welches aus den giftigen Einzelelementen Chlor und Natrium besteht, und trotzdem ein lebensnotwendiges Nahrungsmittel darstellt. Ebenso verhält es sich bei den Fluoriden, die ein wichtiges Spurenelement für den menschlichen Körper und natürlicher Bestandteil von Zähnen und Knochen sind.

Fluoride schützen Zähne vor Ent- und Verkalkung

Der Körper braucht Fluoride für einen funktionierenden Organismus. Über die Nahrung können wir das Spurenelement durch fluoridiertes Speisesalz, durch Milch oder bestimmte Mineralwässer aufnehmen. Mit der Verwendung von Zahnpasten und Mundspülungen werden Fluoride lokal aufgenommen und bieten einen hervorragenden Schutz vor Karies: zum einen, indem sie sich in die Zahnstruktur einlagern und dadurch den Zahn „härten“, d.h. äußerst widerstandsfähig gegen die besonders aus Zucker freigesetzten Säuren machen. Zum anderen, indem sie die ständig ablaufenden Vorgänge der Ent- und Verkalkung am Zahn beeinflussen. Fluoride hemmen die Entkalkung der Zahnoberfläche nach einem Säureangriff aus der Nahrung oder dem Zahnbelag und fördern bei ständiger Zugabe in geringen Dosen - meist aus dem Speichel heraus - die Remineralisation der Zähne.

Wie Untersuchungen zeigen, kann eine ständige Fluoridaufnahme bei Kindern bis zum Alter von 6 bis 8 Jahren, die mehr als das Doppelte der empfohlenen Zufuhr beträgt, zu geringfügigen weißlichen Schmelzflecken führen (Zahnfluorose). Dies hat aber keine gesundheitsschädigenden Folgen. Bei stärkerer Überdosierung kann es allenfalls zu deutlich braunen Zahnverfärbungen kommen.
Auch Knochenfluorose, herbeigeführt durch die Aufnahme von 10 bis 25 mg Fluoride pro Tag über mindestens 10 Jahre, tritt bei regulärer Fluoridzufuhr (z.B. Trinkwasser, Speisesalz, Tabletten) nicht auf. Im Vergleich dazu enthalten Zahnpasten zwischen 500 und 1500 ppm Fluoride, die gesundheitlich nicht nur völlig unbedenklich, sondern beim Zähneputzen täglich angewandt auch langfristig vor Karies schützen.

Dr. Astrid Keidel-Liepold ist Zahnärztin in Grödig und ärztliche Leiterin der Zahngesundheitserziehung von AVOS Prävention und Gesundheitsförderung, Tel.: 0662/88 75 88-0, E-Mail: avos@avos.at.